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Stand: 04. Januar 2010 | |
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DEUMU Schrottplatz
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Gliederung:
Am Freitag, den 13. November 2009 besichtigten die Mitglieder des Arbeitskreises Umwelttechnik des VDI Bezirksvereins Braunschweig (vgl. Abb. 1) den Schrottplatz und die Shredderanlage der DEUMU (Deutsche Erz- und Metall-Union GmbH) in Salzgitter. Nach der Begrüßung durch Herrn Hoppe erläuterte uns Herr Mauersberger (2 v.r.) die Abläufe und Produktionsschritte auf dem Schrottplatz. Nach diesem informativen Einführungsvortrag konnten wir das Gelände des Schrottplatzes besichtigen.
Abb. 1: Die Teilnehmer der ExkursionDie Aktivitäten der DEUMU liegen in den folgenden Bereichen:
- Stahlschrotthandel und -recycling
- Altmetallhandel und -recycling
- Handel mit Neumetallen und Ferrolegierungen
- Umschlagslogistik und E-Stahlwerksdienstleistungen
- Nutzeisenhandel mit deklassierten Stahlprodukten
- Stahlbearbeitung
Die DEUMU betreibt mit einem Handelsvolumen von rund 2,2 Millionen Tonnen im Jahr in Salzgitter einen der größten Schrottplätze in Deutschland. Durch gezielte Sortierung und Qualitätskontrolle entfällt beim Schrott ein qualitätsminderndes Phänomen, mit dem andere Stoffe wie Kunststoff zu kämpfen haben: dem sogenannten Downcycling. Das bedeutet, dass ein Produkt nicht mehr die ursprüngliche Qualität bzw. Verarbeitbarkeit erreicht wie bei der Primärherstellung vor dem Recyclingprozess. Tatsächlich ist Stahl eines der wenigen Beispiele von echtem Recycling. Hier wird aus einem Ausgangsstoff ein neues Produkt gleicher Güte und Qualität erschaffen.
Der Schrott wird auf folgende Arten aufbereitet:
- Fallwerk
Der Schrott (z.B. Metallschlacken) wird zerschlagen. Die hierzu benutzte Kugel wiegt 10 Tonnen.- Schrottscheren
Eingesetzt werden zwei Scheren, mit 1.100 bzw. 1.250 Tonnen Schneidkraft (vgl. Abb. 2)- Presse
der Schrott wird zusammengepresst- Shredderanlage
der Schrott wird mit einer Leistung von 1.800 KW zerrissen (zerkleinert) und sortiert (vgl. Abb. 3)- Brennschneider
Hierbei werden in Handarbeit Schrottteile auseinandergeschnitten, wobei maximal Teile in der Größe von Wagons verarbeitet werden.
Abb. 2: Schrottschere Abb. 3: Shredderanlage Die oben beschriebenen Aufbereitungsarten werden notwendig, da der Schrott ein sehr heterogenes Ausgangsmaterial ist. Das Ziel ist dabei, möglichst homogene Fertigschrottsorten in definierten Qualitäten zu erhalten, die der europäischen Schrottsortenliste (PDF-Datei, 144 KB) entsprechen (vgl. Abb. 4 - 8).
Abb. 4: sortierter Fertigschrott (Kühlschrott)
Abb. 5: Stahlspäne Abb. 6: Schrottteile
Abb. 7: Schrottspäne Abb. 8: Gepresste Schrottblöcke
Das Inputmaterial der Shredderanlage besteht aus:
- DSD-Stahlschrottfraktionen (z.B. Dosen aus Weißblech), vgl. Abb. 9
- Mischschrott (Altfahrzeuge), vgl. Abb. 10
- Hausmüll-Eisenfraktionen
Abb. 9: Inputmaterial (DSD) der Shredderanlage (Foto: DEUMU) Abb. 10: Inputmaterial (Mischschrott) der Shredderanlage (Foto: DEUMU) Das Shreddern erfolgt mit einem Rotor (vgl. Abb. 11), auf dem einzelne Hämmer befestigt sind. Abb. 12 zeigt Hämmer, die abgenutzt sind und ausgewechselt wurden.
Abb. 11: Rotor der Shredderanlage Abb. 12: Hämmer der Shredderanlage Die Sortierung in der Shredderanlage erfolgt auf zwei Arten bzw. in drei Fraktionen. Zunächst wird das Leichtgut mittels einer Windsichtung (Luftstrom) aussortiert (ca. 22 %). Das Ergebnis ist die so genannte Shredderleichtfraktion (vgl. Abb. 13). Im zweiten Schritt erfolgt eine Magnetsortierung, bei der der Stahlschrott aussortiert wird (ca. 70 %). Übrig bleibt die so genannte Shredderschwerfraktion (ca. 8 %), das Schwergut der Windsichtung (vgl. Abb. 14 bis 16).
Abb. 13: Shredderleichtfraktion (Foto: DEUMU) Abb. 14: Shredderschwerfraktion (Foto: DEUMU)
Abb. 15: Outputmaterial der Shredderanlage
(Stahlschrottsorte aus dem Shreddern von DSD Material)Abb. 16: Outputmaterial der Shredderanlage
(Stahlschrottsorte aus dem Shreddern von Mischschrott / Karossen)
(Foto: DEUMU)Zusätzlich erfolgt eine visuelle Sortierung (vgl. Abb. 17), wobei u. a. Kupfer aussortiert wird, das ansonsten mit in die Schmelze geht und zu Qualitätsproblemen führt.
Abb. 17: Förderband mit Schrott zur visuellen SortierungIn der Shredderanlage können ca. 100 Karossen je Stunde verarbeitet werden (vgl. Abb. 18 und Abb. 19). Bei den Karossen stellen derzeit noch die Gastanks ein Problem dar, da diese nicht in der Altautoverordnung erfasst werden
Abb. 18: Autokarossen Abb. 19: Zuführung der Autokarossen zur Shredderanlage Bei der Anlieferung wird der Schrott auch auf Radioaktivität untersucht. Abb. 20 zeigt die Messeinrichtung vor der Lkw-Waage.
Abb. 20: Lkw-Waage mit RadioaktivitätsmessungSchlussbemerkung
Zum Schluss bleibt festzuhalten, dass die Kombination aus einführendem Vortrag und anschließendem Rundgang sehr gelungenen war. Der Vortrag bot detaillierte Infos zur Funktionsweise der einzelnen Schrottverarbeitungsanlagen und beim Rundgang konnten wir alle Elemente live sehen und in Aktion erleben. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Herrn Mauersberger, der uns umfassend informiert und alle unsere Fragen beantwortet hat.
Abb. 21: Sonnenuntergang auf dem SchrottplatzAnmerkung:
Alle Fotos (mit Ausnahme der Bilder 9, 10, 13, 14 und 16): Dr. Frank Schröter
Nützliche Links zum Thema:
Arbeitskreis Umwelttechnik Arbeitskreisleiter: Dr.-Ing. Frank Schröter Kontaktadresse: St.-Wendel-Str. 4
38116 BraunschweigTelefon:
Email:0531 / 391 - 7929
ak-umwelttechnik-braunschweig@vdi.de![]()