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Stand: 12. Dezember 2003 | |
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Klärteiche
(Bergeteiche) in Bad Grund
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Gliederung:
Einleitung
Am Freitag, dem 17. Mai 2002 besichtigten die Mitglieder des Arbeitskreises Umwelttechnik des VDI Bezirksvereins Braunschweig die Klärteiche (Bergeteiche) in Bad Grund. Herr Meier, Bergwerksdirektor und Umweltschutzbeauftragter der Bergbau Goslar GmbH, erklärte sich freundlicherweise bereit unsere Gruppe zu führen (vgl. Abb. 1). Zuvor hielt uns Herr Meier einen interessanten Vortrag über die Historie und Zukunft des Bergwerks.
Abb. 1: Mitglieder des VDI AK Umwelttechnik mit Herrn Meier (Links im Bild)
Historische Entwicklung
Die Geschichte des Bergbaus reicht in Bad Grund bis zum Jahre 1531 zurück. In diesem Jahr erhielt Bad Grund die Bergfreiheit und durfte Bergleute anwerben und mit besonderen Rechten (z.B. Braurecht, Münzrecht) ausstatten. Der moderne Betrieb wurde im Erzbergwerk "Grund" im Jahr 1831 wieder aufgenommen. Das Erzbergwerk "Grund" erreichte eine Tiefe von 750 m und erstreckte sich in Ost/West-Richtung über eine Länge von ca. 5 km.
Nach der Modernisierung betrug die Jahresfördermenge ca. 400.000 t Roherz, aus dem sich ca. 60.000 t verkaufsfähiges Produkt (Konzentrat) ergab. Im gewonnen Erz waren 3,5 % Blei und 6,5 % Zink enthalten. Die Wertstoffe in den Konzentraten waren Blei, Zink, Cadmium und Silber.
Mit fortschreitender Entwicklung der Techniken wurde dabei die Ausbeute größer, d.h. in den Anfängen des Bergbaus war der verbleibende Restmetallgehalt im Abraum entsprechend höher.
Seit 1977 wurden die Abraummengen dadurch reduziert, dass die beim Abbau entstandenen Hohlräume mit den Reststoffen (unter Zugabe von Zement) wieder verfüllt wurden.
Die Grube "Hilfe Gottes" wurde im März 1992, als letztes Erzbergwerk in der Bundesrepublik, stillgelegt. Das bekannte Bergwerk "Rammelsberg" wurde bereits 1988 geschlossen. Während das Erz im "Rammelsberg" zu diesem Zeitpunkt vollständig abgebaut war, wurde die Grube "Hilfe Gottes" in Bad Grund aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, obwohl das Ende der Lagerstätte nicht bekannt war.
Nach der Stilllegung ließ man die Stollen bis zur 4. Sohle (ca. 144 m) durch Grundwasser vollaufen (absaufen). Da im Abbau ab 1972 auch dieselgetriebene Geräte eingesetzt wurden und der Gefahr einer Wasserkontamination durch Fette begegnet werden musste, wurden alle Fahrzeuge zu Tage transportiert. Zusätzlich wurde am Achenbachschacht ein Ölabscheider eingebaut, in dem allerdings keine Fette festgestellt wurden. Das im Rahmen von Leckagen bzw. Betriebsunfällen ausgetretene Öl wurde bereits vollständig vom Verfüllungsmaterial aufgenommen.
Die Siedlung "Taubenborn" wurde 1959 um den ersten Bergeteich ("Tote Männer"-Teich aus den 30er Jahren) gebaut (vgl. Abb. 2). Dieser "Teich 0" ist bereits aus der Bergaufsicht entlassen. Die Häuser der Siedlung wurden mittlerweile von den ehemaligen Mietern gekauft.
Abb. 2: Siedlung Taubenborn (mit Bergeteich 0)
Flotationsberge
Das aus dem Berg gewonnene Erz wurde in der ersten Verfahrensstufe auf < 30 mm zerkleinert, um das nicht metallhaltige Material aussondern zu können. Dieses Material wurde als Kies verkauft (z.B. an der Straßenbau). Das im zweiten Schritt anfallende Material wurde als Flotationsberg (Spülhalde) abgelagert. In diesen Materialien beträgt der Restmetallgehalt ca. 0,25 %. Bei diesen Flotationsbergen kam es immer wieder zu Sandverwehungen, bei denen die metallhaltigen Materialien im Umland verteilt wurden. Um diese Umweltbeeinträchtigung zu unterbinden erfolgte daher während der Betriebsphase des Bergwerks eine ständige Bewässerung der Halde. Nach der Stilllegung der Grube wurde eine Begrünung vorgenommen. Hierbei kommt es jedoch durch Wildaktivitäten (z.B. Kaninchen- und Fuchsbauten, Wildschweinsuhlen) immer wieder zu Bodenerosionen, die zur Freilegung des Bergematerials führen (vgl. Abb. 3).
Abb. 3: FlotationsbergeAm Fuß der Flotationsberge treten Sickerwässer aus, die in einem Schönungsteich gesammelt werden, bevor sie an die Vorfluter abgegeben werden. Die Sickerwässer sind augenscheinlich teilweise eisenhaltig (vgl. Abb. 4). Hier ist ein Wasserdurchfluß von 300 Litern pro Minute festzustellen.
Abb. 4: Sickerwässer der FlotationsbergeIn direkter Nachbarschaft zum Schönungsteich und den zufließenden Sickerwässern hat sich ein Biotop gemäß § 28a NNatSchG gebildet (vgl. Abb. 5).
Abb. 5: § 28a Biotop
Bergeteiche
In der zweiten Verfahrensstufe der Rohstoffgewinnung erfolgte (unter Zugabe von Wasser) die Zerkleinerung auf < 500 m m. Das sinkfähige metallhaltige Material setzte sich dabei ab. Das Wasser wurde mit dem nicht metallhaltigen Material in die Bergeteiche gepumpt. Hier setzte sich zunächst das grobe Material ab, während sich das feine Material erst in der Teichmitte absetzte. Hierdurch wurde eine große Dichte des Bodens erreicht und das Niederschlagswasser konnte nicht mehr versickern; die Teiche entstanden.
Insgesamt gibt es drei Absitzbecken (Teiche). Der Bergeteich 0, um den die Siedlung Taubenborn entstand, sowie die Teiche I und II. Außerdem hat sich ein kleiner Teich westlich des Bergeteichs I gebildet, der jedoch nicht in Zusammenhang mit dem Bergwerk steht (vgl. Abb. 6).
Im Absitzbecken II sind seit 1964 ca. 4,4 Mill. Kubikmeter Flotationssande abgelagert worden.
Abb. 6: Übersichtskarte Bergwerk "Grund" und UmgebungDie Gewässerqualität der Teiche wird vierteljährlich durch Wasserproben des Bergamtes und jährliche Probenahme der Bezirksregierung geprüft. Das Wasser der Bergeteiche ist vom pH-Wert leicht alkalisch, enthält aber keine Schadstoffe. Dies erklärt sich auch daraus, dass der Bleiglanz nicht löslich ist, während die Zinkblende nur in Lauge löslich ist.
In den Anfangsjahren des Bergbaus wurde dieses Wasser über sogenannte Mönchsleitungen in den Vorfluter nach Windhausen abgepumpt. Die Mönchsleitungen waren mit einer Trübungsüberwachung versehen. Dieses Wasser enthielt nach Aussage von Herrn Meier kein Zink und kein Blei.
Teile des stillgelegten Bergwerks "Grund" stehen noch unter der Aufsicht des Bergamtes. Um aus dieser Bergaufsicht entlassen werden zu können, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Eine dieser Bedingungen ist ein geregelter Abfluss aus den Bergeteichen. Ebenso wie der Teich 0 verfügt auch der Teich I bisher über keinen direkten Ablauf in die Vorflut. Nach Aussage von Herrn Meier betrifft die Abflussregelung insbesondere den sogenannten Jahrhundertregen, da die Teiche bei normalen Regenereignissen (mittlerweile) nicht mehr überlaufen. Um diesen geregelten Abfluss zu gewährleisten sollen die Teiche I und II über eine Rohrleitung miteinander verbunden werden. Das Wasser aus Teich I kann so über den angrenzenden (natürlichen) Teich in den Teich II laufen. Über diese ca. 1.500 m lange Rohrleitung soll das übertretende Wasser in den Vorfluter "Schwarzes Wasser" abgegeben werden. Der Verlauf der Rohrleitung orientiert sich dabei am vorhandenen Wegesystem um die Teiche (vgl. Abb. 7).
Abb. 7: Bergeteich II (im Vordergrund die zukünftige Trasse der Rohrleitung)
Ausblick
Herr Meier rechnet damit, dass das Bergwerk in zwei bis fünf Jahren aus der Bergaufsicht entlassen wird. Das Gelände wird dann voraussichtlich der Gemeinde Bad Grund zur Verfügung gestellt. Eine weitergehende Nutzung der Flächen ist derzeit nicht geplant und auch nicht wahrscheinlich. Dies erklärt sich insbesondere aus dem Bodenaufbau in den Teichen, der Treibsandcharakter hat und so eine Freizeitnutzung weitgehend ausschließt.
Das 1973 errichtete Schachtgerüst steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Ein Nutzungskonzept liegt jedoch ebenfalls noch nicht vor. Die Flächen um den Förderturm wurden dagegen bereits verkauft und werden von diversen Gewerbetreibenden genutzt. Ein weiterer Ausbau dieser Gewerbenutzung ist geplant.
Schlussbemerkung
Insgesamt kann festgehalten werden, dass der Besuch der Klärteiche (Bergeteiche) in Bad Grund eine interessante Exkursion war, wozu sicher auch die freundliche Aufnahme und die fachkundige Führung durch Herrn Meier beigetragen haben.
Nützliche Links zum Thema:
Bodenschutz im Landkreis Goslar
- Sachstand und Forderungen -
BUND Kreisgruppe Goslar
Arbeitskreis Umwelttechnik Arbeitskreisleiter: Dr.-Ing. Frank Schröter Kontaktadresse: St.-Wendel-Str. 4
38116 BraunschweigTelefon:
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